ABBUC Magazin #116 Atari 8 Bit goes 3D

Das Thema „3D Computer Generated Images“ (kurz CGI) ist nicht erst seit Hollywood aktuell. Bereits auf den Atari 8 Bit Rechnern gab es entsprechende Software, gemäß ihrer Möglichkeiten. Eines dieser Programme war „Solid States“ aus dem Jahr 1984.

ABBUC Magazin #116: Atari 8 Bit goes 3D

Veröffentlich wurde das Programm „Solid States“ bereits 1984 von Tom Hudson, der auch später einer der Hauptentwickler bei Autodesk 3D Studio und 3DS Max war. Die ABBUC Regionalgruppe WASEO hat die Software nochmals ausgegraben und führte mit Tom ein interessantes Interview.

Für den Magazin Titel Nr. 116 entschied ich mich für einen „Low Poly Look“ und setzte hierzu erstmals die „Non-photorealistic Render Engine“ (NPR) Freestyle ein.

Von Solid States nach Blender

Solid States in der Analog 16
Solid States in der Analog 16

Im Analog Computing Magazine 16 (1984), waren neben dem BASIC Listing von Solid States auch die Objektdaten des Shuttels abgedruckt. Die Daten­strukturen bestehen aus einer Punktliste und einer Kantenliste, die die zuvor definierten Punkte miteinander verbindet. Flächen kennt das System jedoch nicht.

Diese Struktur ist dem Wavefront OBJ Format sehr ähnlich, das ebenfalls Punkt- und Kantenlisten enthält. Das OBJ Format kann mit einem einfachen Texteditor berbeitet werden und Blender unterstützt es beim Im- und Export.

Solid States Listing des Shuttels
Solid States Listing des Shuttels

Dadurch war es mir möglich, die originalen Objekt­daten des Shuttels in Blender zu übernehmen. Für das Rendering war es erforderlich, die Kanten zu Flächen zu verbinden. Deren Anzahl war überschaubar, so dass dieser Prozess einfach von Hand erledigt werden konnte.

Durch einen „Solidify Modifier“ und einen „Mirror Modifier“ erhielt das Shuttle, das bisher nur aus einzelnen Flächen besteht, mehr Volumen. Anschließend wurde das Leitwerk an der Unterseite des Rumpfs entfernt und die Unterseite etwas abgeflacht. Später wurde das Shuttle in einer einfachen Schlucht mit einem Fluss platziert.

Komposition mit Cycles und Freestyle

Dem Thema des ABBUC Magazins entsprechend sollte der Titel im „Low Poly Look“ erscheinen. Dabei wird bewusst eine Reduktion der Details eingesetzt und die Geometrie der Objekte deutlich betont. Um diesen Effekt zu verstärken und einen Bezug zum alten Solid States System herzustellen, kombinierte ich das farbige Cycles Rendering mit dem Rendering des Draht­gitter­modells, das Freestyle mir lieferte. Eine zusätzliche „Defocus Node“ im Composite Editor sorgte für die Änderung der Schärfentiefe („Depth of field“).

Blender Composite Nodes
Blender Composite Nodes

Fertiges Magazin

Der Titel des gedruckten ABBUC Magazins und der Version hier weichen leicht von einander ab. Die Druckausgabe kommt ohne „Depth of field“, d.h. ohne Schärfentiefe-Effekt aus, da die Druckqualität bei den vergangenen Ausgaben deutlich variierte.

ABBUC Magazin #116
ABBUC Magazin #116
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